Nach der Dschungeltour sind wir noch 2 Nächte in Rurrenabaque geblieben, wo das Wetter sich wieder gefangen hat. So konnten wir noch etwas Zeit am Pool verbringen und uns bei über 30° von der Tour erholen.


Am 22.06. haben wir den Nachtbus nach La Paz genommen und sind 14h und 3350hm später in der “2. Hauptstadt” von Bolivien angekommen. Und dann haben sich unsere Körper erstmal gemeldet – Höhenkrankheit ist echt! Am Freitag hat es Oke mit Kopfschmerzen erwischt und mich am folgenden Abend, aber dafür richtig (Details erspare ich euch, Symptome könnt ihr googlen).


Am Samstag waren wir morgens im Coca-Museum und haben einiges über die “heilige Pflanze der Inka” gelernt. Nachmittags haben wir eine Walking Tour durch La Paz gemacht und wurden von einem Einheimischen (Aymara) in einer Kleingruppe durch die Stadt geführt und haben einige skurrile Fakten erfahren. Zum Beispiel, dass noch immer Lamababys und Lamaföten geopfert werden, um Pachamama (Mutter Erde) um Erlaubnis zu bitten, wenn man z.B. ein neues Auto kauft oder ein kleines Haus baut. Die geopferten Tiere müssen an natürlichen Ursachen gestorben sein und die Seele wird mit dem Ritual für ein neues Leben befreit. Für ein großes mehrstöckiges Haus wird ein größeres Opfer gebraucht: dafür werden illegalerweise Menschen (Obdachlose oder Drogenabhängige ohne Familie) “gefragt”, ob sie sich für Pachamama opfern möchten. Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass es in La Paz das größte Gefängnis Boliviens gibt, das San Pedro Gefängnis. Dieses Gefängnis hat nur ein paar Wachen und die Gefangenen verwalten sich selber, haben ihre Familien mit in ihren unabgeschlossenen Zellen und zahlen Miete für ihre Zelle. “Zelle” kann in San Pedro aber auch eine 3 Zimmer Wohnung mit Jacuzzi und TV sein, wenn man es sich leisten kann. Geld verdienen können die Gefangenen z.B. im gefängniseigenen Kokainlabor und durch den Verkauf über die Gefängnismauern (man schreibt eine WhatsApp und bekommt einen Standort zum Abholen auf der anderen Seite der Mauer). Aber auch das Gefängnis verlassen ist kein Problem, morgens um 9:00 wird durchgezählt, bis dahin sollte man jedoch wieder da sein.






Auf dem Rückweg von der Walking Tour sind wir an einem Markt vorbei gekommen, wo gerade Schamanen für Leute ihre Zukunft gelesen haben und zwar mit Karten, mit einem Ei in einem Bier, oder mit Metall in Wasser (ähnlich wie Bleigießen).


Am Sonntag ging es mit der Skurrilität (zumindest für Europäer) weiter. Zunächst sind wir mit der Seilbahn nach El Alto (Stadt, die direkt an La Paz angrenzt) gefahren und sind über einen winzigen Teil des riesigen Freiluftmarktes gelaufen, wo z.B. lebendige Küken zwischen Autoteilen und Drogerieartikeln verkauft werden und man an Ständen Kopien machen lassen kann. Denn haben wir mit der Seilbahn noch eine Stadtrundfahrt gemacht und anschließend eine Cholita Wrestling Show angeschaut – das war eine sehr merkwürdige Erfahrung. An dem Veranstaltungsort waren nur so ca. 10 “Gringos”, der Rest des Publikums waren Einheimische und die meinten das total Ernst, was da im und neben dem Ring passiert ist (inkl. Wrestler mit Essenresten bewerfen, beschimpfen oder schlagen). Bei der Show, die wir gesehen haben, haben 3 Cholitas (indigene Frauen) und einige Männer gekämpft. Zwischendurch wurde ein Mann auf unsere Seite der Tribühne geworfen und Oke wurde dazu animiert ihn, wie die ganzen Bolivianer schon taten, zu schlagen. Ich glaube Oke war der einzige, der nicht richtig zugehauen hat.















Am Montag haben wir die Aussicht vom Killi Killi Mirador bestaunt und anschließend Okes Tour für die nächsten Tage gebucht.

