Antarktis

Deep South Discovery Voyage mit Oceanwide Expeditions

Von Colonia del Sacramento ging es mit der Fähre nach Buenos Aires, wo wir 2 sehr verregnete Tage verbrachten. Durch den Starkregen gab es sogar einen halben Tag keinen Strom im Hostel. Am 13.03. flogen wir von Buenos Aires nach Ushuaia, um vielleicht noch ein Last Minute Angebot für eine Antarktis Tour zu ergattern. Den Donnerstag nutzen wir, um verschiedene Veranstalter nach Angeboten zu befragen. Überall gab es noch die gleichen vier Schiffe, die noch freie Kapazitäten und Angebote hatten, weil ab April keine Schiffe mehr in die Antarktis aufbrechen.

Wir schliefen eine Nacht über die Angebote und entschieden uns Freitag morgens für eine Tour, die am Samstag starten sollte, was den ganzen Bezahl- und Anmeldeprozess etwas stressiger gestaltete. Innerhalb von 1,5h hatten wir die Entscheidung getroffen, bezahlt und es wirklich “Last Minute” auf die Boardingliste geschafft. Bei der Agentur, wo wir die Reise gebucht haben, konnten wir umsonst warme, regenfeste Kleidung und dicke Handschuhe ausleihen, was wir gerne in Anspruch nahmen.

Am Samstag den 16.03. brachten wir unser Gepäck zum Hafen und erledigten noch ein paar letzte Einkäufe. Um 16:00 ging es an Bord der M/V Ortelius und das Abenteuer Antarktis startete.
Vorab ein kleiner Zusammenschnitt der Videos, die wir in den zwei Wochen gemacht haben:

Unsere Reise:

Vom 16.-18.03. durchquerten wir die relativ ruhige Drake Passage, wo unser Schiff von einigen Vögeln (Albatros, Sturmvögeln) und Walen begleitet wurde. Unseren ersten Eisberg sahen wir am 18.03. gegen Mittag. An den Seetagen gab es einige Vorträge zu verschiedenen Themen, wie z.B. Wale, Gletscher, Pinguine und Wetterphänomene. Außerdem hatten wir die Möglichkeit auf den Außendecks die Weite des Wassers und die Tierwelt zu bestaunen, welches uns auf die Erlebnisse in der Antarktis vorbereitete, da wir tatsächlich jeden Tag viele Tiere (täglich einige Buckelwale, Pinguine und Robben) gesehen haben.

Am 19.03. ging es morgens durch den Lemaire Channel zum Port Charcot. Nach einer ausführlichen Zodiactour durch den “Eisbergfriedhof” am Vormittag, hatten wir am Nachmittag das erste Mal wieder Land unter den Füßen und konnten uns in Port Charcot mit einer atemberaubenden Aussicht und zwischen gefühlt unzähligen Pinguinen die Beine vertreten. Die eigentliche Hauptsaison für Pinguine ist schon vorbei, weshalb eigentlich nur noch ein paar Nachzügler da waren.

An jedem Tag gab er vor dem Abendessen ein Treffen (Recap) in der Bar, in dem die Expeditionsleiterin den groben Plan für den nächsten Tag vorstellte, da wegen Wetter und Eis die Route auch kurzfristig geändert werden kann. Vom 19.-26.03. liefen unsere Tage eigentlich immer ungefähr gleich ab:

  • ca. 7:00 Weckruf durch die Lautsprecher in der Decke
  • 7:15 Frühstücksbuffet
  • 8:45 Treffen im Zwiebellook gekleidet am Gangway für Zodiac Rundfahrten oder Landgänge (ca. 1,5-3h)
  • 12:00 Mittagsbuffet
  • 14:15 Treffen am Gangway für 2. Ausflug
  • 18:15 Recap in der Bar: Pläne für den nächsten Tag + kleine Vorträge, die mit dem Tag zu tun hatten (z.B. spezielle Tiere, die wir gesehen haben)
  • 19:00 Abendessen (3 Gänge Menü)

Am Morgen des 20.03. überquerten wir den südlichen Polarkreis und waren vormittags auf der Detaille Island. Dort haben uns eine alte Expeditionshütte von 1956 angeschaut. Nachmittags sahen wir, mit einem heißen Kakao mit Schuss, bei der Navigation durch “The Gullet” zu und bestaunten die Natur und die Wale, die ziemlich nah am Schiff schwammen.

Mit einer Zodiactour mit Orcas in der Nähe von Pourquoi-Pas Island startete der 21.03. schon mit einem großen Highlight. Die Expeditionsguides waren total aufgeregt, weil einige das letzte Mal vor 3 Jahren Orcas so nah am Zodiac gesehen haben. Am Nachmittag ging es auf der Horseshoe Island an Land. Auf die Pourquoi-Pas Island durften wir auf Grund von Fällen von Vogelgrippe nicht.

Der 22.03. startete etwas früher, weil das Wetter am Mittag deutlich schlechter werden sollte, also stiegen wir schon um 8:00 in die Zodiacs, um unseren südlichsten Punkt der Reise zu erreichen: Stonington Island. Mit unter den Passagieren waren zwei Brüder, dessen Vater damals dort eine Forschungsstation mit aufgebaut hat. Am Abend, beim Recap, erzählte einer der Brüder die Geschichte seines Vaters und zeigte Bilder von damals.

Von jetzt an ging es wieder Richtung Norden und die Hälfte der Reise war schon vorbei. Über Nacht hat die Ortelius einige Seemeilen hinter sich gebracht, sodass wir am 23.03. im Crystal Sound aufwachten, wo wir am Vormittag eine Zodiactour durch die Fish Islands und einen kurzen Landgang auf dem Kontinent machten(den ersten, weil wir vorher nur auf Inseln waren). Am Nachmittag gab es noch eine Zodiactour, wo wir das erste Mal einen Seelöwen und Krabbenfresserrobben aus der Nähe sahen. Bisher sahen wir nur Seebären oder Weddellrobben.

Einen der beliebtesten Orte für einen Landgang besuchten wir am 24.03.: Neko Harbour. Hier gibt es eine große Kolonie von Rotschnabelpinguinen, welche wir nach einer Zodiactour durch Eis besuchten. In Neko Harbour haben wir auch drei See-Elefanten gesehen, die ganz entspannt zwischen den Pinguinen lagen. Am Nachmittag waren wir noch einmal mit dem Zodiac unterwegs und haben einen Seelöwen auf einer Eisscholle und später noch einen im Wasser gesehen. Anschließend gab es noch einen Landgang auf Cuverville Island.

Am Abend gab es das Essen auf dem Helikopterdeck in Form eines Grillabends mit Freigetränken und Musik. Rechtzeitig zum Essen fing es an zu schneien, sodass sich Keiner lange an den Tischen aufhielt und schnell alles wieder verräumt wurde. Anschließend war das Helideck ein Dancefloor, welcher später in die Bar verlegt wurde.

Bei der ersten Zodiactour am 25.03. in Foyn Harbour waren wir noch sehr müde, aber haben einen Buckelwal mit Kalb gesehen, welches gerne in unserer Nähe war, was die Mama nicht immer gut fand. Wir hatten eine der Walexperten als unseren Zodiacguide, die uns die Körpersprache der Wale erklärt hat und jede Frage beantworten konnte. Nachmittags ging es weiter nach Palaver Point, wo wir eine Kolonie von Zügelpinguinen gesehen haben. Bevor es zurück zum Schiff ging, gab es für uns ein kurzes Bad im 0° kaltem Polarmeer. Zum Glück war es ein sonniger, windstiller Tag, was das Ausziehen der 3-4 Zwiebelschichten und das Reinspringen ins Wasser etwas erleichterte.

Mit dem 26.03. und der Einfahrt nach Deception Island, einem aktiven Vulkan, startete unser letzter richtiger Tag in der Antarktis. Dadurch, dass wir dem Wetter und den hohen Wellen in der Drake Passage davonfahren wollen, mussten wir schon nachmittags den Rückweg nach Ushuaia antreten. Innerhalb des Kraters, welcher einen natürlichen Hafen darstellt, konnten wir eine letzte Tour mit dem Zodiac machen und haben ganz viele Seelöwen, zwei See-Elefanten und ein paar Pinguine gesehen. Im Anschluss an die Tour ging es noch in Whalers Bay, eine alte Walfängerstation, an Land. Der Wind nahm aber bereits zu, sodass wir uns nur eine Stunde die alten Gebäude anschauten und dann zurück auf Schiff gingen.

Am Nachmittag ging es also wieder zurück Richtung Ushuaia. Die Drake Passage war auf dem Rückweg etwas welliger, als auf der Hinfahrt, aber mit ein paar Reisetabletten haben wir die 3-4m hohen Wellen gut überstanden. Wären wir später gefahren, hätten uns 9m Höhe Wellen erwartet, also haben der Kapitän und die Expeditionsleitung die richtige Entscheidung getroffen früher aufzubrechen. Am 27.03. waren die Außendecks wegen dem starken Seegang gesperrt, weshalb wir uns nur innerhalb des Schiffes aufhalten durften. Während der Seetage (27.+28.) gab es wieder einige Vorträge von der Expeditionscrew und wir haben ein paar Runden mit Mitreisenden gespielt.

Am 28.03. gegen 23:30 kamen wir im Hafen von Ushuaia an und am 29.03. ging es nach dem Frühstück von Bord. Begrüßt wurden wir in Ushuaia von Regenwetter, sodass die Verabschiedungen zügig abliefen. Vormittags gaben wir dann noch unsere geliehenen Klamotten wieder ab und zogen in ein Airbnb, welches für die nächste Woche unser zu Hause sein wird.

unser täglicher Zwiebellook