Entlang der Ruta 40

El Chaltén und Bariloche

Am Abend des 16.04. ging es mit dem Bus von El Calafate weiter nach El Chaltén (ca. 2h). Kurz vor Ende der Busfahrt nahm unser Bus ein Guanaco mit, was uns alle etwas erschrocken hat, aber es ist keinem (außer dem Guanaco) was passiert. In El Chaltén, der “Trekking-Hauptstadt” von Argentinien, bezogen wir ein Mehrbettzimmer im Hostel für 4 Nächte.

Da für Donnerstag und Freitag Regen angekündigt war, beschlossen wir gleich am Mittwoch (17.4.) eine Wanderung zu machen. Also klingelte zum Sonnenaufgang (7:30) der Wecker (gut, dass hier Herbst ist und man quasi länger schlafen muss, um Sonnenlicht zu haben).
Mit geschmierten Brötchen und Oreos im Gepäck, ging es zur Laguna Torre, welche wir innerhalb von 2,5h erreichten. Die Wanderungen starten alle direkt im Ort, sodass man gleich loslegen kann. Oben angekommen gab es eine kleine Pause, ein paar Bilder und dann ging es wieder zurück zum Hostel.

Da Regentage bei uns immer Wäsche-/Orga-/Planungstage sind, machten wir am Donnerstag einen Plan, wie es von El Chaltén weiter geht. Da die nächsten Busse Richtung Norden ausverkauft waren, haben wir uns verschiedene Alternativen überlegen müssen: warten und weiter über Land reisen oder nach Buenos Aires fliegen und Bariloche auslassen. Am Ende haben wir uns dafür entschieden, auf den nächsten Bus nach Bariloche, am Mittwoch (24.04.), zu warten. Das Hostel hatten wir nur bis Samstag gebucht, fanden aber eine gute Alternative bei Airbnb, um die Zeit bis Mittwoch zu überbrücken.

Am Freitag rang Oke mit der Entscheidung welche der vielen Wanderungen er noch machen will und hat sich dann für die Laguna de los Tres entschieden. Nachdem wir am Samstag in unsere Wohnung zogen, überlegte Oke hin und her, ob er nicht doch lieber zum “Paso del Viento” laufen will, um sich einen Teil des riesiges Eisfeldes (das zweitgrößte außerhalb der Polarregionen) anzugucken. Am Ende des Tages fiel die Entscheidung und er lieh sich noch schnell einen Klettergurt, Karabiner und Seil aus und kaufte Essen für die nächsten Tage ein. Geplant war am Sonntag (21.4.) los, eine Nacht zu campen, am Montag zum Paso zu laufen und dann wieder zurück nach El Chaltén zu wandern.

Was Oke vom 21.-23.04. erlebte:
Morgens ging es los zur Laguna Toro, weil es dort einen ausgewiesenen Platz zum Zelten gibt. Ca. 6 Stunden später kam er dort an, stellte das Zelt auf und aß das vorgekochte Essen, um Energie für den nächsten Tag zu haben.

Am Montag (22.4.) ließ er das Zelt stehen und lief mit weniger Gepäck zum Paso del Viento. Auf dem Weg musste er einen Fluss mit einer Zipline überqueren (wofür er die Kletterausrüstung brauchte). Oke kam heile und trocken auf der gegenüberliegenden Seite an, nur unsere Kamera ist ihm aus der Tasche gefallen und liegt ab jetzt im Fluss. Nachdem der Frust einigermaßen verarbeitet war und genug geflucht wurde, ging es weiter. Ohne erkennbare Wege und einigen Sackgassen musste sich Oke über Gletscher, die teilweise mit Schotter bedeckt waren, navigieren. An einigen Stellen war der “Weg” sehr steil und die Steine unter seinen Füßen lose, was die ganze Tour noch erschwerte. Am Paso del Viento (Pass des Windes) angekommen, machte Oke, bei fast vollständiger Windstille, Fotos mit dem Handy und fluchte weiter.

R.I.P. Kamera

Der Weg war insgesamt doch anstrengender als gedacht, sodass er noch eine Nacht länger im Zelt verbrachte, um nicht bei Dunkelheit zurück laufen zu müssen. Am Dienstag morgen lief er dann zurück nach El Chaltén.

Was ich vom 21.-23.04. erlebte:
Da für Sonntag und Montag super Wetter angesagt war, machte ich am Sonntag auch eine Wanderung, aber etwas kürzer. Es ging zum Lago Capri und zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man den Fitz Roy gut sehen kann. Nach ca. 3h war ich wieder zurück in El Chaltén.

Für Montag hatten wir, schon vor Okes Wander-Plan, eine Tour zur Laguna del Desierto gebucht, an welcher dann nur ich teilnahm. Morgens ging es mit dem Bus zur Laguna und dort hatten alle Mitfahrenden 4,5h Zeit, bis der Bus wieder zurück nach El Chaltén fuhr. Um die 4,5 Stunden sinnvoll zu nutzen, spazierte ich auf einen Berg, zum Huemul Gletscher und saß dort in der Sonne. Auf de Rückweg zum Bus machte ich einen kleinen Umweg, ging ein bisschen am See entlang und trank Mate in der Herbstsonne. 2 Stunden fuhr der Bus wieder zurück nach El Chaltén und somit war ich gute 9 Stunden unterwegs.

Am Dienstag Nachmittag war Oke wieder zurück und es gab erstmal ein überbackenes Schnitzel, welches so groß wie sein Unterarm war. Anschließend packten wir unsere Sachen und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Unsere Wanderungen in El Chalten:

Vor unserer Fahrt nach Bariloche kauften wir noch Proviant ein und dann ging die 26h Busfahrt los. Auf der Tour hat Oke quasi durchgeschlafen und ich viele Podcasts gehört und auch viel geschlafen, die ersten 24,5h vergingen super schnell, aber dafür fühlten sich die letzten 1,5h unglaublich lang an!

In Bariloche wurden wir am Donnerstag Nachmittag von Regen begrüßt, welcher auch am Freitag (26.4.) das Wetter dominierte und für den Rest der Woche weiterhin angesagt wurde. Daher haben wir wieder einen “Orga und Wäsche Tag” eingelegt und ein Auto für den nächsten Tag gebucht.

Am 27.4. holten wir morgens das Auto ab und fuhren der “Ruta del 7 Lagos” (Route der 7 Seen) hinterher. Entlang der Ruta 40 machten wir immer wieder kurze Pausen an den Aussichtspunkten. Da das Wetter immer noch nieselig und grau war, hatten wir keine gute Sicht. Abends kamen wir in San Martin de los Andes an und buchten spontan eine Nacht im Hostel, wo wir in einem kleinen Wohnwagen schliefen.

Am Sonntag (28.04.) ging es zurück über die Ruta 40 nach Villa Traful, wo wir eine kurze Mittagspause machten und der Himmel tatsächlich etwas aufklarte, sodass wir bei der Weiterfahrt die Farben in der Umgebung erkennen konnten.

Die Nacht verbrachten wir in Villa los Coihues, wo wir gleich 2 Nächte buchten. Da es am Montag erst stark regnete und ab dem Nachmittag schneite, verbrachten wir den Tag im Hostel. Am Nachmittag sind wir kurz raus, um einzukaufen und zu einem Wasserfall in der Nähe zu fahren, wo wir ein bisschen durch den Regen spazierten.

Das Auto hatten wir bis Mittwoch morgen gemietet, also nutzten wir den letzten Tag (30.04.) noch aus, um den “Circuito Chico” abzufahren und die “Colonia Suiza” zu besuchen. Dort aßen wir Gulasch mit Spätzle, was überraschend gut geschmeckt hat!

Unser Roadtrip um Bariloche:

Am Abend brachten wir das Auto zurück und es ging nochmal für 3 Nächte in ein Hostel in Bariloche. In der Stadt gibt es wenig zu tun, die Hauptattraktion sind die Schokoladenläden in der Einkaufsstraße, also haben wir wenig Sightseeing betrieben.

Am 03. Mai ging es nachmittags mit dem Flieger nach Buenos Aires. Dort werden wir 2 Wochen bleiben.