Besuch bei Nicolas und ein Stückchen vom Paradies

Bogotá, San Andrés und Providencia

Von den Galapagos Inseln flogen wir über Guayaquil (dieses Mal mit weniger Layover) nach Bogotá, wo wir abends gegen 21 Uhr bei Nicolas’ Familie ankamen. Nicolas und seine Eltern haben uns mit großer Gastfreundschaft eingeladen, bei ihnen einige Nächte zu übernachten. Danke nochmal dafür! Eigentlich wollte Nicolas uns vom Flughafen abholen, aber unter der Woche dürfen nur bestimmte Kennzeichen an geraden Tagen fahren (und seins gehört zu denen, die an ungeraden Tagen fahren dürfen). Also nahmen wir ein Uber und kamen etwas später im nördlichen Teil der Stadt an. Hier wartete schon ein super leckeres Essen (Changua) auf uns, was Nicolas’ Mutter extra für uns gekocht hat. Dann quatschten wir noch ein bisschen mit der Familie und wir unterhielten uns über unsere Reisen und Erlebnisse. Anschließend gingen wir noch fix duschen, weil am Samstag (15.06.) das Wasser abgestellt wurde. Das ist eine Maßnahme der Stadt in Folge von Wasserknappheit (in allen 9 Bereichen der Stadt wird Tag für Tag im Wechsel das Wasser abgestellt, also ist jeder alle 9 Tage ohne Wasser). Wilkommen in Bogota. 😅

Am Samstagmorgen wurden wir wieder bekocht und bekamen Tamal und heiße Schoki (die in Kolumbien mit Käse im Kakao getrunken wird). Anschließend fuhren wir mit Nicolas nach Zipaquirá. Hier gibt eine Salzmiene in die eine Kathedrale gebaut ist. Mit einem Audioguide bewaffnet, gingen wir erst den Kreuzweg Jesu entlang, der heutzutage den Besuchereingang der Miene darstellt. Danach liefen wir durch die Kathedrale und die Nebengänge und vertrieben uns die Zeit, bis wir selbst in der Miene Salz abbauen durften. Ausgestattet mit Spitzhacke und Helm konnten wir für ein paar Minuten beweisen, dass wir für diese Arbeit nicht gemacht sind, obwohl ich ein ziemlich großes Stück Stein abgetragen habe. Im Anschluss schauten wir uns noch eine kurze Doku über die Miene an und fuhren zurück nach Bogotá.

Für den Abend hatte Nicolas ein Tejo-Feld in einer Bar reserviert, wo wir seine Schwester trafen und in Teams (Deutschland vs Kolumbien) gegeneinander Tejo spielten. Das Ziel ist es mit dicken Metallscheiben in einen Ring, der in Lehm eingebettet ist, zu treffen. Dabei kann man außerdem Punkte erzielen, wenn man dreieckige Papiertaschen (Mechas), gefüllt mit Schwarzpulver, trifft, sodass diese explodieren. Oke und ich haben jeweils 3 explodieren lassen, Team Kolumbien keine einzige. Nach 3 Runden und 3 Siegen für die Ausländer, fuhren wir wieder nach Hause. Wir glauben es zwar nicht, aber Nicolas besteht darauf, dass sie uns gewinnen ließen. 😀

Am Sonntag war Vatertag und wir brachen nach einem kurzen Frühstück auf, um uns noch die touristischen Ecken von Bogotá anzuschauen und zogen für 2 weitere Nächte nach “La Candelaria”. Hier schauten wir uns die Gebäude der Altstadt an, planten unsere Weiterreise und fuhren mit der Standseilbahn zum Montserrate. Von dort hat man eine super Aussicht über die ganze Stadt.

Am Dienstag (18.06.) flogen wir abends nach San Andrés um von dort aus weiter nach Isla Providencia zu reisen. Diese kolumbianische Karibikinsel ist ganz spontan, erst durch die Empfehlung von Nicolas’ Vater, auf unserer Agenda aufgetaucht.

Die ersten 2 Tage besuchten wir zwei beliebte Strände der Insel und ließen die Eindrücke der letzten Wochen nochmal auf uns einwirken. Außerdem buchten wir schon gleich die nächsten Flugtickets nach Isla Providencia (so viel geflogen wie die letzten Wochen, sind wir glaube ich noch nie).

Am Freitag (21.06.) mieteten wir uns einen Roller, erkundeten die Insel, badeten und schnorchelten. In ca. 30km hat man die komplette Insel umrundet.

Früh morgens am Samstag nahmen wir unseren 20 minutigen Flug nach Providencia. Der Flug dauert nur 20 Minuten, ist aber die einzige Möglichkeit auf die Insel zu kommen. Auf der Nachbarinsel war gerade Karneval (+ Geburtstag der Insel) und das Spektakel wollten wir uns anschauen. Nachdem wir mit Ushuaia und der Antarktis den südlichsten Punkt von Südamerika bereisten, erreichten wir mit Providencia nun den nördlichsten Punkt (kolumbianisches Staatsgebiet).

Als wir in Providencia gelandet und zum Hostel in Aguadulce gefahren sind, haben wir schon den Charme der Insel wahrgenommen. Nach einem kurzen Mittagsschlaf ging es am frühen Nachmittag eine Bucht weiter: zum Southwest Beach, dort waren nämlich die Feierlichkeiten.

Auf der Suche nach etwas Schatten liefen wir am Strand entlang und plötzlich wurde uns (und anderen Personen am Strand) zugerufen, dass wir aus dem Weg gehen sollen. Gesagt, getan und nur wenig später galoppierten 2 Rennpferde inkl. Reiter an uns vorbei. Das war also das Pferderennen, was beworben wurde. Zwischen den Leuten, ohne Absperrungen, am Wasser entlang: wer als erstes am Ende vom Strand war, wurde als Sieger gekrönt. Alle 10 Minuten sausten nun Pferde an uns vorbei und nach ca. einer Stunde war das Rennen vorbei.

Anschließend saßen wir mit ein paar Bier im Schatten, badeten ab und zu und hörten der Musik im Hintergrund zu. Am späteren Nachmittag wurden auf der Bühne die Schönheitsköniginnen der Bezirke der Insel vorgestellt, wovon eine am Abend zur “Miss Providencia” gekürt wurde. Danach gab es noch Live-Musik und ein eingefettetes Schwein wurde freigelassen und von einem Zuschauer eingefangen. Danach durfte er es glaube ich behalten, aber so ganz verstanden haben wir den Programmpunkt nicht.

Nachdem wir beim Sonnenuntergang zu Abend aßen, machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Aquadulce. Am Sonntag gingen wir essen, entspannten und buchten für den nächsten Tag einen Tauchgang (der hier ein Viertel von dem Preis auf Galapagos kostet).

Am Montagmorgen (24.06.) ging es für uns also zur Tauchschule, wir probierten das Equipment an und waren ganz überrascht, dass uns gar kein Neo angeboten wurde, aber bei ca. 30° Wassertemperatur auch verständlich. Unterwasser trafen wir ganz viele graue Riffhaie, Fische und einige Riffbewohner (Anemonen, Muränen, Krabben, Hummer und vieles mehr). Am Nachmittag planten wir wie unsere nächsten Wochen (und somit die letzten Wochen) unserer Reise aussehen werden.

Der Dienstag startete ähnlich wie Montagmorgen: wieder zur Tauchschule und mit dem Boot raus aufs Wasser. Die Lebewesen unter Wasser waren ähnliche wie am Vortag. Unser letzter Tauchgang war besonders schön, weil das Wasser glasklar war und es vereinzelte Riffe am Boden des weißen Sandes gab.

Hier noch ein kleiner Zusammenschnitt von unseren Ausflügen:

Am Nachmittag mieteten wir uns einen Roller und fuhren in den Norden der Insel, von wo wir über eine Fußgängerbrücke nach Isla Catalina kamen. Hier führte uns ein wenig gepflegter Wanderweg zum “Morgan’s head”, wo wir eine Runde schnorchelten. Auf dem Rückweg hielten wir noch an der “Almond Bay” und beobachteten kleine Krebse. Abends gab es eine echt gute Pizza bei uns im Ort.

Am Mittwoch packten wir unsere Taschen und ließen diese in der Unterkunft, da unser Rückflug erst am Nachmittag war. Gegen 9 fuhren wir in den Nordosten der Insel und mieteten uns ein Kajak, mit dem wir dann ca. 20 Minuten zum “Cayo Cangrejo” paddelten. Auf der kleinen Insel angekommen, gingen wir kurz zum höchsten Punkt und bestaunten die verschiedenen Blautöne des karibischen Meeres und machten ein Haufen Fotos.

Anschließend umschnorchelten wir der Insel, tranken ein Bierchen im türkisfarbenen Wasser und tranken noch einen Coco Loco am Strand, bevor wir schweren Herzens das Paradies verlassen mussten. Wir hätten uns hier viel länger aufhalten können!

Auf San Andrés übernachteten wir noch eine Nacht und flogen am Donnerstag Mittag (27.06.) weiter nach Cartagena.